Herzlich Willkommen im Gasthof zur Post in Steinhöring

Wir freuen uns auf Ihren Besuch in der Wirtschaft oder bei schönem Wetter in unserem Biergarten!

Ein Stück Geschichte

Das Gasthaus zur Post in Steinhöring, früher als Urbar-Taferne bezeichnet, blickt auf eine über Jahrhundert alte Tradition der Gästebewirtung zurück.

Die Entstehung des Gasthauses ist eng mit der Gründung des Postwesens unter Kaiser maximilian I. verbunden. Denn im Jahre 1506 gibt er an die Familie derer von Taxis den Auftrag, eine Postverbindung von Brüssel über Salzburg nach Wien herzustellen, an deren Station je 1 Pferd zum Wechseln bereit zu halten sei.

Die neue Postroute führte von Salzburg über Wasserburg, Steinhöring und Zorneding nach München.
 

Der erste Posthalter (1517) war vermutlich ein "Utz" Ulrich Scherer aus Berg, dessen Tochter mit dem ersten urkundlich erwähnten Posthalter Jörg Koch verheiratet war (1538).

Im Jahre 1582 wurde mit einem Nachkommen, dem Wirt Hans Koch zu Steinhöring, auf Befehl des Herzogs Wilhelm ein Vertrag abgeschlossen, wonach derselbe sich verpflichtete je zwei Pferde und nüchterne Knechte zu halten (Postillione).

 

1612 wird die vormals herzogliche Urbar-Taferne als "frei" bezeichnet.

1677 wird gerichtlich die Baufälligkeit des Wirtshauses festgestellt

1737-1751 hat der Posthalter und Urbars Wirt Johann Jakob Clausner bereits 11 Pferde, 2 Postillione und 1 Ordinarijungen, muss aber dann an den Bierbrauer und Bürger von Grafing, Johann Martin Grandauer, wegen seiner Schulden den Besitz verkaufen.

1756 stellt Fürst von Thurn und Taxis einen Sebastian Praittenbacher die Bestallungsurkunde zum "Kaiserlichen Reichsposthalter" aus (Originalurkunde im Postmuseum in Nürnberg).

Über die Familie Gerbl aus Zaißing b. Steinhöring kommt das Gasthaus mit Posthalterei an die Familie Höfter, die es bis 1917 in ihrem Besitz hatte.

Eine historische Begebenheit ereignete sich im Spätherbst des Jahres 1800. Im Zuge der Vorbereitungen auf die große Schlacht von Hohenlinden biwakierten und quartierten sich tausende französische Truppen in und um Steinhöring ein. Der kommandierende General Antoine Richpanse soll nach Überlieferungen im Gasthaus zur Post logiert haben. Man hört trotz Krieg von nächtlichen Zusammenkünften im Weinkeller (vermutlich unter dem Erker des Gasthauses). Auch hätte er hier eine romantische Liaison mit einer hübschen Steinhöringerin gehabt.

Eine wichtige Zäsur ereignete sich im 2. Weltkrieg, in den ersten 1940er Jahren. Das historische Gasthaus zur Post wurde in einem großen Feuersturm weitgehend vernichtet. Als Ursache wurde auch spekuliert, es könne sich um Brandstiftung gehandelt haben, da der ausladende Erker des Gebäudes bis zur Mitte der wichtigsten Reichsstraße 10 hineinragte und somit den Verkehr behinderte.

Die damalige Besitzerfamilie Bürgmayr baute das Gasthaus in seinem heutigen Zustand wieder auf. Leider ohne den schönen Erker.

Heute haben es die Gäste im Gasthaus zur Post im Gegensatz zu früher etwas besser und können ohne Zeitvorgaben ihr Essen genießen. Eine Verordnung aus dem Jahre 1783 schrieb nämlich folgendes vor: "...und da die Pferde ohnehin schon in Bereitschaft sein müssen, so darf der Postwagen auf Post-Stationen, wo nicht zu Mittag oder Nacht gespeiset wird, nicht länger als eine halbe Stunde, und wo gespeiset wird, nicht über anderthalb Stunden aufgehalten (werden)..."

Ein berühmter Gast war im 18. Jahrhundert auch Wolfgang Amadeus Mozart. Er beschreibt seine Reise, die ihn auch durch Steinhöring führte als die "Marterreise". An seinen Vater schreibt er: "Glücklich und vergnügt war meine Ankunft in München - glücklich, weil uns auf der Reise nicht Widriges zugestoßen, und vergnügt, weil wir kaum den Augenblick an Ort und Ende zu kommen, erwarten konnten wegen der obwohl kurzen, doch sehr beschwerlichen Reise: denn ich versichere Sie, dass es keinem von uns möglich war, nur eine Minute die Nacht durch zu schlafen. Dieser Wagen stößt einem doch die Seele heraus! Und die Sitze hart wie Stein! Von Wasserburg an glaubte ich in der Tat meinen Hintern nicht ganz nach München bringen zu können, er war ganz schwielig - und vermutlich feuerrot. Zwei ganze Posten (ca. 25 - 30 km) führ ich die Hände auf dem Polster gestützt und den Hintern in der Luft haltend - doch genug davon! Aber zur Regel wird es mir sein, lieber zu Fuß zu gehen, als in einem solchen Postwagen zu fahren."

 Text © Thomas Grundmann von Holly